::: ——— Buchclub V presents ——— :::
Dieser Termin ist Teil der Serie [Fokus Zukunft].
Wir treffen uns am Dienstag, den 15. April 2024 um 18:30 Uhr.
→ Gastgeber: Edi
Ort: Café Zartl
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Wir setzen uns mit der Frage auseinander, inwieweit und warum große digitale Plattformen zunehmend eigene Ziele verfolgen und diskutieren einen Ansatz, wie den Interessen der Nutzer wieder mehr Bedeutung geschenkt werden könnte.
Der kanadisch-britische Autor, Journalist und Blogger Cory Doctorow setzt sich in Blog-Artikeln und Vorträgen regelmäßig mit der Wechselwirkung zwischen Digitalisierung, Gesellschaft und Politik auseinander.
Ausgehend von der Ursula Franklin Lecture 2025 bzw. dem darauf basierenden Text mit dem Titel Pluralistic: With Great Power Came No Responsibility sprechen wir über die darin beschriebene Verschlechterung digitaler Infrastruktur für deren Nutzer, wofür Doctorow im Jahr 2022 den Begriff „Enshittification“ geprägt hat. Er beschreibt eine Verschiebung des Schwerpunkts weg von den Nutzern hin zu den Eigeninteressen der Plattformen. Er verweist auch auf die im Zusammenhang mit dem Thema Überwachungskapitalismus geprägte Aussage „If you’re not paying for the product, you’re the product“ und bewertet die daraus gezogene Schlussfolgerung, für die Dienste zu bezahlen würde die Situation grundsätzlich ändern, als zu naiv. Er skizziert Wirkungszusammenhänge, kritisiert eine Fehlentwicklung, die durch Rechtsnormen zum geistigen Eigentum ermöglicht wird, und präsentiert einen Vorschlag für Maßnahmen, die aus dieser Abwärtsspirale herausführen könnten.
Aus dem Intro, übersetzt:
„Diese Rede befasst sich spezifisch mit den einzigartigen Möglichkeiten der [Disenshittification], die durch Trumps schnelle, unvorhergesehene Demontage des internationalen Freihandelssystems geschaffen wurden. Die USA haben Handelsabkommen genutzt, um fast jedes Land der Welt zu zwingen, die Gesetze zum Schutz des geistigen Eigentums zu übernehmen, die eine [Enshittification] möglich und vielleicht sogar unvermeidlich machen. Während Trump diese Handelsabkommen in Schutt und Asche legt, bietet sich für den Rest der Welt eine noch nie dagewesene Gelegenheit, Maßnahmen gegen die amerikanischen Schikanen zu ergreifen, indem diese Gesetze abgeschafft und die Werkzeuge, Geräte und Dienste erstellt werden, die jeden Tech-Nutzer (einschließlich der US-Amerikaner) davor schützen können, von den großen US-Technologieunternehmen abgezockt zu werden.“